Das haben wir uns nicht leicht gemacht. In schweren Zeiten braucht der Verein nichts weniger als Gegenwind von den eigenen Fans. Andererseits muss man sich schon fragen, wie lange man den Mund halten will, wenn sich die Zeichen mehren, dass einiges gewaltig schief läuft. In Corona-Zeiten fällt das tausendfache lautstarke Feedback in den Stadien aus. Da ist es um so wichtiger, sich nicht zu verstecken.

Erfreulicherweise entwickelt sich im Thread unter der PK eine lebhafte Diskussion. Wenig überraschend sind viele Fans enttäuscht, manche resignieren und einige sind bereits sarkastisch. Trotzdem sieht man an der Beteiligung, dass der FC die Gemüter nach wie vor bewegt – uns das ist positiv.

Unser persönliches Fazit der Diskussion um die Entwicklung des Vereins und den aktuellen sportlichen Misserfolg ist (als Antwort auf einen der vielen Facebook-Beiträge) dieses:

Das Spiel gegen Hertha muss gewonnen werden und natürlich darf sich dann auch gefreut werden! Aber die generellen Probleme werden damit alleine nicht gelöst. Der Nichtabstieg ist zwar das wichtigste Kurzfristziel, wir müssen aber auch höhere Ansprüche für die Zukunft entwickeln. Und zu deren Erreichung muss viel mehr gelingen, als nur die Klasse zu halten oder ein Spiel zu gewinnen.

Leider tut uns die Mannschaft nicht den Gefallen, nach dem 0:5 gegen Freiburg eine sichtbare Reaktion zu zeigen. An der Hertha liegt es nicht. Die macht nicht unbedingt den Eindruck, dass sie die drei Punkte dringend haben möchte. Aber da vom FC so gar nichts kommt, versucht sie gegen Ende der Partie dann doch, ob nicht was geht.

Aber es geht nichts. Schön wäre natürlich, wenn man das der souverän agierenden Kölner Abwehr zurechnen könnte. Aber es ist nicht so, dass wir nichts zulassen und Berlin gar nicht zum Abschluss kommt. Vielmehr vergeben die Herthaner ihre Chancen leichtfertig und so bleibt es am Ende beim torlosen unentschieden – und ziemlich ratlosen Gesichtern.