Nach dem Slapstick-Sieg gegen Schalke mit dem wunderbaren Thielmann Tor in der Nachspielzeit hoffen wir darauf, dass die Mannschaft die richtige Einstellung zu dem Spiel gegen Hoppenheim findet. Denn das war oft der Knackpunkt. Von einem Spiel auf das nächste fehlen plötzlich Wille, Biss und erst recht Zielstrebigkeit.

Das Blöde für uns: Den Hoffenheimern, die sogar gegen Schalke 4:0 unter die Räder gekommen sind, stehen immer mehr der wichtigen Ausfälle wieder zur Verfügung und so langsam kommt die Truppe in Schwung (was an unserer grundsätzlichen EInstellung zu diesem Projekt nichts ändert. Siehe Shirt aus einem früheren Heimspiel gegen die TSG).

Leider zeigt sich tatsächlich, dass da alles andere als eine Trümmertruppe gegen uns auf dem Platz steht. Aber – und das ist das Erfreuliche – der FC ist wach und spielt ganz anständig.

Allerdings springt Cestic bereits in der siebten Spielminute wie ein sterbender Kiowa bei den Karl May Festspielen in den Ball und verursacht den gefühlt hundertsten Handelfmeter der Saison gegen uns. Horn – bekanntermaßen kein Elfmeter-Killer – liegt dem Anschein nach schon bevor Kramaric geschossen hat. Und auch wir liegen – und zwar zurück. Ganz dumm.

Es wird nicht besser. Nach einer Ecke wird der Ball zentral auf einen vor dem Sechzehner lauernden Hoffenheimer geklärt, der zieht ab und Baumgartner fälscht aus zwei Metern sehenswert ab. Keine Chance. 2:0 in der 28sten Minute. In einem Spiel, dass klar nach einem Unentschieden aussieht.

Gisdol reagiert umgehend. Thielmann und Meré kommen für Ehizibue und Cestic. Bei Easy sind wir uns nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, ihn rauszunehmen. Er ist schnell und sorgt über die Außen für Unruhe. Cestic hat leider nach seinem frühen Patzer spürbar an Selbstvertrauen verloren. Hoffentlich denkt Gisdol daran, ihn beiseite zu nehmen und aufzubauen.

Unsere Elf spielt weiter munter mit. Wolf vergibt frei vor dem Tor und setzt danach noch einen Kopfball an den Pfosten. Spätestens jetzt wäre ein 2:2 gerecht.

„Die muss ich eigentlich reinmachen. Es war nicht viel Zeit, ich versuche, ihn einfach reinzumachen, aber treffe leider den Torwart. Mein Kopfball ist auch nicht reingegangen. Wenn wir Glück gehabt hätten, wären wir mit einem 2:2 in die Halbzeit gegangen.“

Marius Wolf

In der 61sten kommen Jacobs für Katterbach und Modeste für Duda, kurz darauf Rexhbecaj für Hector. Das ist keine schlechte Elf, die jetzt auf den Platz steht und sie kämpft munter weiter – wenn auch auf dem letzten Meter ohne die nötige Konsequenz.

Als Wolf einen Elfmeter rausholt (rausholen trifft es wohl) und Modeste antritt ist uns wie vermutlich vielen anderen FC-Fans klar, dass er es versemmeln wird. Die Körperspannung fehlt. Das Selbstbewusstsein ebenso. Er ist ein Schatten seiner selbst.

Kurze Zeit später hat er die Chance es auszubügeln, vergibt aber freistehend seine zweite todsichere Chance. Dafür tritt er im eigenen Strafraum einem von hinten heraneilenden Hoffenheimer in die Hacken. Er konnte den Mann nicht sehen, aber ein Modeste in Topform wäre wohl schon früher zum Ball und hätte dem Typen hinter sich nicht die Chance gegeben, sein Bein vor ihn zu stellen. Wie dem auch sei: Strafstoß. 3:0

„Wir haben einfach zu dumm verteidigt. Hoffenheim schießt drei Tore, bei denen sie selber nicht wissen, wie. Das hört sich jetzt dumm an nach dem Ergebnis, aber es war eigentlich ein gutes Spiel. Wir hatten viele Chancen, haben uns aber nicht belohnt, und dann verlierst du so ein Spiel.

Marius Wolf

So ist es. Wenn du drei Hundertprozentige liegen lässt, kannst du nicht gewinnen. Die Hauptaufgabe wird also sein, den Sturm zu stärken – und zwar durch harte Arbeit und Vertrauen. Das zumindest ist unser Gefühl. Gisdol sieht es etwas anders.

„Heute ist der Kritikpunkt nicht das Offensivspiel, sondern der Kritikpunkt ist das Defensivspiel. Wenn du drei Tore bekommst, in der Kontersicherung ein bisschen Mangelhaft bist und bei Standard vor allen Dingen nicht voll da bist, dann kannst du nach Vorne soielen, wie du magst. Es wird dann schwierig, Tore zu machen.“

Markus Gisdol

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Externe Links zum Spieltag:

Spiel mit drei Elfmetern: Kramaric bringt TSG auf Kurs – kicker

1. FC Köln bei TSG Hoffenheim: Elfer-Drama um Anthony Modeste | Express.de