Am 1. Februar 2021 vermeldete der FC, dass ein neuer Mediendirektor gefunden sei. Der Name: Fritz Esser.

Wie bitter nötig die Neubesetzung dieser Personalie war, zeigte alleine die Tatsache, dass es mal wieder Alexander Wehrle war, dessen Zitat ganz vorne stand und die freudige Mitteilung einleitete: „Fritz Esser passt hervorragend zu uns“.

Fritz Esser? Nie gehört. Der Typ sah ein wenig aus wie Matze Knoop, aber einen solchen Witz würde sich der FC ja wohl nicht leisten. Also taten wir, was die überwiegende Mehrheit der FC-Fans tat: wir googelten nach dem Mann.
Und wie die überwiegende Mehrheit waren auch wir aus dem Stehgreif entsetzt. Dieser Fritz Esser hatte neun Jahre bei der BILD Zeitung gearbeitet, jenem Blatt, das seit Jahren Kampagnen gegen den FC, seine Fans und seine demokratisch gewählten Organe fährt. Nicht umsonst gibt es auf Twitter das beliebte Hashtag #haltdiefressebild. Und Max Goldts berühmtes BILD-Zitat ist den in den Gedanken vieler Fans längst Teil unserer Charta:

“Die Bild-Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun”

Max Goldt

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Fans Belege für die zweifelhafte moralische Integrität des Bild-Mannes aufstöberten. Zum Beispiel einen Tweet, in dem Esser der AfD für einen Beitrag applaudierte, in dem diese dem Bundestag Göbbels-Methoden unterstellte.

Bemerkenswert war nun, dass von Anfang an prominente FC-Fans klar Stellung bezogen. Fabian Köster von der Heute-Show war einer der ersten und umtriebigsten. Aber auch Caroline Kebekus, Kasalla, Poldi, FC-Stammischler Ralf Friedrichs und sogar SPD-Politiker Norbert Walter Borjans zeigten klare Kante.

Wenig hilfreich für Esser war auch, dass er sich in der Vergangenheit wiederholt völlig undifferenziert und beleidigend gegenüber FC-Fans geäußert hat.
Da wurde das klassische BILD-Schema sichtbar: Alles, was nicht in das eigene einfache Weltbild passt, wird pauschal diskreditiert. Der Glaube, etwas Besseres zu sein lässt sich schön an der herabwürdigenden Darstellung von Sozialarbeitern ablesen, die für Esser offenbar zu einer minderwertigen Bevölkerungsgruppe mit eigenem prekärem Slang gehören. Wer eine Spur Anstand in sich hat, kämpft angesichts solcher Äußerungen mit der letzten Mahlzeit.

Zu gut für uns. Denn obwohl die Jungs sich eigentlich ganz gut geschlagen haben, waren die Frankfurter am Ende deutlich besser. Gegen eine so überlegene Mannschaft kann man nur punkten, wenn man das Glück auf seiner Seite hat und die wenigen Chancen, die man kriegt, eiskalt nutzt.

Das haben wir nicht getan und deswegen hieß es am Ende 2:0.

Diese Würstchen waren schwer verdaulich.

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