Ein freundlicher Mensch im Gaffel am Dom berichtete uns vor dem Spiel von seinem Taxifahrer, der das Problem des 1. FC Köln darin sah, dass ein 5:0 gegen Union Berlin zwar klasse sei, aber keineswegs bedeute, dass mich in Berlin nicht selbst 5:0 verliere. Wir hätten gerne widersprochen, wollten aber vorsichtshalber keines Gottes Zorn auf uns laden.

Wie dem auch sei: das Vorglühen gestaltete sich vielversprechend, wir waren in bester Gesellschaft, das Kölsch floss, der Halven Hahn schmeckte und die Zuversicht wuchs. Obwohl wir natürlich genau wissen, wie es im Fußball läuft – und ganz besonders bei unserem Effzeh.

Ein anderes Spiel

Wenig überraschend sahen wir von Anfang an ein anderes Spiel. Wobei man sagen muss, dass auch das 5:0 in Müngersdorf nicht als Feuerwerk begann. Wagner jedenfalls wählte eine etwas defensivere Aufstellung ohne den Unruheherd Moore. Das sorgte direkt für Kopfschütteln in der Runde – wobei wir uns auf Nachfrage schnell darauf einigen konnten, dass die Skepsis und Besserwisserei viel damit zu tun hatte, dass Wagner komplett im Fokus steht. Die Atmosphäre ist tendenziell unentspannt.

Hinten drin – und zack

Tatsächlich übernahmen die Eisernen schnell das Regiment, wir verteidigten – allerdings ging das kaum 10 Minuten gut, da stand es schon 1:0 für Berlin. Damit war der Matchplan – zumindest nach unserer Einschätzung. Die Frage war: ist damit auch das Spiel im Eimer? Oder kriegen wir die Kurve?

Es sah nicht wirklich danach aus, dass wir es ohne Pausenansprache gerockt kriegen. Keine einzige reguläre Torchance haben wir uns erspielt. Dafür hätten die Berliner beinahe noch das 2:0 gemacht.

Erst mit dem Wechsel und Moore kommt Schwung auf

In der 60sten kriegen alle Hobbytrainer recht: Moore kommt, bringt etwas mehr Unruhe ins Spiel und Stück für Stück gewinnen wir an Präsenz. In der 72sten dann kommt, worauf so viele gewartet haben! Malek El Mala feiert sein Bundesligadebüt an der Seite seines Bruders! Was für eine geile Geschichte! Nicht so geil: Maina schüttelt beim Rausgehen verständnislos den Kopf. Das soll mal einer verstehen – jetzt hat er sich so hochgekämpft, ist ein enorm wichtiger Taktgeber der Mannschaft geworden, und doch wird er dieses Stänkerer-Gen nicht los!

Malek macht’s!

Um so wunderbarer, dass es tatsächlich Malek ist, der den Ausgleich markiert! Und Said macht dabei sogar noch einen halben Assist! Groß! In der Folge geben die Jungs richtig Gas. Die Berliner sind verunsichert. Wir werden immer dominanter. Aber es reicht nicht. Es bleibt beim 1:1.

„Ich konnte es kaum glauben, dass er da stand.“

Said El Mala über Malek El Malas Tor

Kölle 1 : 1 Union Berlin


FLASHBACK

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