Das erste Spiel unter Friedhelm Funkel. Was erwartet uns? Wir sind sehr gespannt, wie er das Mannschaftsgefüge durcheinanderwirbelt oder stärkt

Es wird sehr viel von seiner Arbeit abhängen. Denn nicht nur die Mannschaft, sondern das gesamte FC-Gebilde steht mindestens vor einer schwierigen Phase, wenn nicht gar vor dem Abgrund. Das lange Zaudern und Zögern hat das Vertrauen in die handelnden Personen pulverisiert.

Horst Heldt, als Hoffnungsträger gekommen, hat seine Klasse nicht unter Beweis stellen können und wirkt wie ein Relikt aus einer vergangenen Fußbal-Ära. Einer, der viel Geld braucht, um dann mit viel Geld das Naheliegende zu machen. Einer der ohne Geld – und wir haben kein Geld – bestenfalls Stückwerk zustandebringt. Er scheint für einen Fußball zu stehen, den sich der FC nicht mehr leisten kann. Und den immer mehr Fans ohnedies ablehnen.

Er spielt – und auch das ist problematisch – im Team Wehrle. Am Schwaben scheiden sich die Geister mit immer größerer Vehemenz. Für die einen ist er der strahlende Retter des FC. Für die anderen steht er für hemmungslose Selbstdarstellung, China, Modeste-Rückkehr und Geißbockheim-Chaos.

All das muss Funkel in den letzten 6 Spieltagen vergessen machen und der Mannschaft neue Zuversicht und einen klaren Fokus verleihen. Ein Himmelfahrtskommando, das man wenigen zutraut.

Bayer stinkt uns ja schon seit langem. Eine „Stadt“, die sich der Tatsache verdankt, dass der Apotheker Leverkus keine Gewerbesteuer an Köln zahlen wollte und seine Fabrik vor den Toren Kölns errichtete. Und ein „Verein“, der seit Jahrzehnten vergeblich darum bettelt, von irgendjemandem – egal wem – endlich geliebt und für voll genimmen zu werden und nach wie vor mehr Belegaschaft als Fans hat.

Jaja, das ist die alte Leier. Wir können sie selbst schon nicht mehr hören. Aber in Momenten wie diesem, in dem unser fehlerhafter, unzulänglicher aber dennoch glorreicher und geliebter FC gegen die Pillen ums Überleben kämpft, ist es einfach zu bitter.

Natürlich kommt es, wie es kommen muss. Der Kicker schreibt ohne erkennbare Häme, dass sich „die Geißböcke zwar bemüht“ gezeigt hätten, es aber an Effizienz gefehlt habe – im Gegensatz zu Bayer. Die führten schon nach 5 Minuten. Wir hatten Chancen, nutzten sie nicht und zack – stand es Anfang der zweiten Hälfte 2:0. Während bei uns Hector und Kainz nur Alu treffen, trifft auf der anderen Siete abermals Bailey – und zwar nihct nur ins Tor, sondern mitten in das blutende kölsche Hätz.

Wie bitte soll es uns gelingen, die Klasse zu halten?

Pillen 3 : 0 Kölle